Verfasst von: kenowessels | 31. Mai 2011

Ja… ich lebe noch!!! haha

Hey ihr,

Ich habe mir diesmal zieeeemlich viel Zeit gelassen meinen Blog zu aktualisieren… Und auch sonst habe ich mich kaum bei euch gemeldet. Das tut mir echt leid! Aber damit ihr endlich mal mitbekommt, was bei mir so los ist, schreib ich mal wieder was für euch.

Erstmal hier mein Bericht über die Monate Dezember bis März, den ich an Weltwärts, meinen Geldgeber geschickt habe.

Seit März hat sich schon wieder so einiges getan. Jetzt ist ja auch schon anfang Juni. Die zeit vergeht einfach VIEL ZU SCHNELL!!!

Mir geht es hier in Guadalajara immer noch sehr gut. Im zweiten Quartal meines „Anderen Dienstes im Ausland“ in Mexiko bin ich bei der Arbeit noch sehr viel mehr eingebunden als im ersten. Meine Arbeit macht mir sehr viel Spaß, allerdings habe ich immer weniger direkt mit den Kindern zu tun. Ich begleite vor allem die anderen Mitarbeiter meiner Abteilung, wenn es zum Beispiel Besuche in Familien gibt, aber auch wenn Kinder zu einem Arzt, Zahnarzt oder einem Spezialisten gebracht werden müssen. Ansonsten sitze ich vor allem im Büro und verrichte verschiedene Verwaltungsaufgaben. Ich bin weiterhin zuständig für das Archiv, habe aber mittlerweile fast alles archiviert, was sich in den vergangenen Jahren angesammelt hatte. Wenn ich mal im Büro nichts zu tun habe, gehe ich zu den Kindern und spiele mit ihnen.

Mit meinen Arbeitskollegen verstehe ich mich sehr gut, und ab und zu gehen wir nach der Arbeit zusammen aus. Eine meiner direkten Arbeitskollegen ist zur Zeit Rosa Emilia Sandoval Valdez. Der andere Freiwillige und ich nennen sie auch „Mama Rosa“, da wir bei einigen visitas tatsächlich für ihre Söhne gehalten wurden.

Abgesehen von „Mama Rosa“ sitzt in dem Büro noch Adolfo Garcia Benavidez. Mit den beiden verstehe ich mich sehr gut, auch wenn „Mama Rosa“ ab und zu etwas schwierig im Umgang sein kann, sie ist ziemlich altmodisch, was unter anderem darin deutlich wird, dass sie sich jedes Mal bekreuzigt wenn in ihrer Gegenwart ein Wort fällt, das in ihren Augen nicht benutzt werden sollte – das müssen nicht einmal richtige Schimpfworte sein.

Seit Februar haben wir eine neue Mitarbeiterin namens Marta, mit der ich mich auch sehr gut verstehe. Ich begleite sie oft, wenn sie Kinder zu Ärzten und Spezialisten bringt.

Dezember 2010

 Der Dezember war sehr ruhig. Nach der Weihnachtsfeier am 17. Dezember hatte ich – wie alle Mitarbeiter – erst einmal Ferien. Ca. 13 Kinder im Heim, die über die Ferien nicht in ihre Familien konnten, sind auf verschiedene Mitarbeiter aufgeteilt worden, und mit ihnen in deren Familien in die Ferien gegangen. Mit ihnen haben sie auch Weihnachten und Silvester gefeiert.

Meine WG  war in diesem Zeitraum ausgeflogen. Ich habe im Prinzip den Dezember ganz alleine in meiner Wohnung gelebt. Ich habe diese Wochen aber gut überstanden. Weihnachten habe ich mit meinen Eltern geskyped: Ich war bei der Bescherung in Deutschland mit dabei, mit der Webcam dazugeschaltet. Das war sehr schön, da ich dabei sein konnte, obwohl ich 10 000 entfernt war. Anschließend bin ich in die WG von einem Freund gegangen, um dort in einer kleinen Runde Weihnachten zu feiern. Wir haben eine leckere Lasagne gemacht und anschließend bei Rotwein und Kerzenlicht gegessen. In den nachfolgenden Tagen habe ich mich von der Arbeit ausgeruht und mich dann kurzfristig entschieden, über Neujahr mit einer deutschen Freundin, die auch in Guadalajara ihren Freiwilligendienst absolviert, eine kleine Reise zu machen. Ende Dezember bin ich mit ihr für ein paar Tage in Queretaro und San Miguel de Allende gewesen. In San Miguel de Allende haben wir auch Silvester gefeiert.

Januar 2011

Den Januar über habe ich vor allem gearbeitet. Im Heim hat sich für mich nicht viel verändert. In den ersten Wochen des Jahres haben wir viel aufgeräumt, archiviert und das Büro umgestellt. Außerdem haben wir unsere „Visitas de nuevo ingreso“ vorbereitet – also Besuche bei Familien, die beantragt haben, ihre Kinder im Kinderheim unterzubringen zu dürfen.

Auch im Januar war es in meiner WG noch ziemlich einsam, aber nach und nach sind meine Mitbewohner aus ihrem Urlaub wieder eingetroffen. Außerdem haben wir ein paar neue Mitbewohner bekommen. Ende Januar waren wir dann wieder fast komplett: Canek (Mexikaner, Student, Architektur), Carlo (Mexikaner, Student, Musik), Elodie (Französin, Studentin, Internationale Beziehungen), Hanna (Finnin, Studentin, Internationale Beziehungen), und Melissa (Kanadierin, Assistant teacher im Bereich Französisch).

Februar

Im Februar haben wir in unserer Abteilung eine neue Mitarbeiterin bekommen, Marta, die halbtags arbeitet und dafür zuständig ist, den Arzt, der hier arbeitet, zu unterstützen und Kinder zu Ärzten und Spezialisten zu bringen. Der andere Freiwillige oder ich begleiten sie dabei. Wir bringen zum Beispiel Kinder zum Zahnarzt, Hautarzt, Hals-Nasen-Ohrenarzt, oder ins Krankenhaus, aber auch zu Psychologen oder Neurologen. Die ärztliche Versorgung der Kinder in dem Kinderheim ist an sich sehr gut, solange der hauseigene Arzt die Kinder nicht behandelt. Der Arzt, der hier arbeitet ist eine Katastrophe, trotzdem wird er weiterbeschäftigt, was auch viele Mitarbeiter nicht nachvollziehen können. Der Arzt weigert sich zum Beispiel den Kindern Spritzen zu geben oder Fieber zu messen, weil das in seinen Augen eine Arbeit für Arzthelfer ist. Da wir haben aber keine Arzthelfer haben, werden die Spritzen von anderen, nicht dazu ausgebildeten Mitarbeitern gegeben. Mit Marta verstehe ich mich allerdings sehr gut. Sie ist eine kompetente Mitarbeiterin, die mit viel Herz bei der Sache ist.

Anfang Februar gab es ein langes Wochenende, an dem ich mit meiner gesamten WG an den Strand gefahren bin. Das war das erste Mal, dass ich in Mexiko am Meer war. Wir sind zuerst nach San Blas und von dort dann Richtung Süden nach Sayulita gefahren.  San Blas war relativ langweilig. Das Dorf war nicht besonders schön, genauso wie der Strand. Das einzig gute waren die für Surf- Anfänger echt guten Wellen. Wir sind abends auch direkt zu einem Surfbrett-Verleih gegangen und haben uns Bretter ausgeliehen mit denen wir dann richtig schön bei der  im Meer untergehenden Sonne surfen konnten. Am nächsten Tag haben wir uns den ganzen Tag am Strand ausgeruht, am Nachmittag haben wir uns dann entschieden weiterzutrampen. Wir haben also unser Zelt abgebaut, alles eingepackt und haben uns auf den Weg gemacht. In dem Ort haben wir uns mit ein paar Lebensmitteln eingedeckt und sind weiter an einen Strand in der Nähe von San Blas getrampt. Dort haben wir uns kurz aufgehalten, und wollten eigentlich auch dort campen, aber uns wurde gesagt, dass es dort nachts sehr viele Mücken gibt. Deshalb haben wir uns nach einem Abendessen und einem leckeren Bananenbrot entschieden ein Stückchen weiterzutrampen. Ca. 10km weiter hat uns der Einheimische, der uns hinten auf seinem Pickup mitgenommen hatte, dann aussteigen lassen, er meinte, dass es dort geeignet wäre zum campen. Erst am nächsten Tag haben wir festgestellt, dass dem nicht so ist: Wir hatten dort im Dunkeln unser Zelt aufgebaut, und dann am Zelt Karten gspielt. Am nächsten Morgen sahen wir dann folgendes: Zum einen, dass der Strand viel hässlicher war als der vorige. Direkt an der Straße standen viele verlassene, halb fertiggestellte Ferienhäuser, kleine Farmen, und andere merkwürdige Gebäude. Alles sah ziemlich verlassen und traurig aus. Das andere, was wir feststellten, war, dass unser 5L Wasserkanister beim trampen irgendwie verloren gegangen sein musste. Wir hatten überhaupt kein Wasser mehr. Das Problem konnten wir glücklicherweise dadurch beheben, dass wir uns mit Steinen Kokosnüsse von den Palmen warfen. Mit dem Kokoswasser konnten wir unsere Zähne putzen, und unseren Durst stillen. Nach einem kleinen Frühstück haben wir uns wieder an die Strasse gestellt um  weiter zu trampen. Diesmal wollten wir ganz bis zu dem schönen Ort Sayulita fahren. Der lag aber so weit entfernt, dass wir schließlich im Prinzip den ganzen Tag nur am trampen waren -  was allerdings auch ziemlich Spaß gemacht hat. Als wir gegen Abend endlich in Sayulita ankamen konnten wir zum ersten Mal auf dieser Reise auf einem richtigen Campingplatz das Zelt aufschlagen: Wir hatten also Duschen, auf die wir uns alle sofort stürzten! Sayulita ist ein schöner Ort, aber dadurch auch sehr touristisch. Am nächsten Tag sind wir dann von Sayulita im Bus zurueck nach Guadalajara gefahren. Getrampt hatten wir die Tage zuvor schon genug.

Alles in allem war das ein sehr schöner Kurzurlaub, vor allem weil wir uns sehr gut verstanden haben und viel Spaß hatten.

März

 Anfang März fand in Mexiko-Stadt mein Zwischenseminar statt, und es hat mir sehr gut gefallen. Genau wie das Vorbereitungsseminar war auch dieses Treffen von Lisa Buddemeier perfekt vorbereitet und durchgeführt.

Es war vor allem schön, Leute vom Vorbereitungsseminar wieder zu treffen. Außerdem war es interessant, Erfahrungen und Geschichten auszutauschen. Das ist auch der eigentliche Zweck unseres Treffens: uns gegenseitig von unseren Erfahrungen zu erzählen. Auf dem Zwischenseminar habe ich gemerkt, dass die Projekte, in denen die anderen Freiwilligen beschäftigt sind, alle sehr unterschiedlich sind. Mein Projekt hat zum Beispiel relativ viel Geld zur Verfügung. Es gibt viele Angestellte, von denen aber die wenigsten direkt mit den Kindern zu tun haben. Die anderen Projekte verfügen oft kaum über ausreichend Mitarbeiter. Oft müssen Freiwillige zum Teil die Arbeit übernehmen, die eigentlich von fest Angestellten ausgeführt werden sollten. Auch die Erfahrungen der Freiwilligen aus anderen Ländern, also Costa Rica, Nicaragua, oder Dominikanische Republik, waren für mich sehr interessant, da die Kulturen dieser Länder doch sehr anders sind, es gibt große Unterschiede zu Mexiko. Es war gut, die eigene Arbeit aus der Distanz und im Vergleich zu den Erfahrungen der anderen zu betrachten, um sie distanzierter einschätzen zu können.

Ich bin insgesamt zufrieden mit meinem Projekt. Es gibt sicherlich Dinge, die mir nicht so gut gefallen. Das ist unter anderem, dass ich relativ wenig mit den Kindern zu tun habe. Andererseits fühle ich mich in dem Büro auch sehr wohl, vor allem, weil ich mich hier von den Mitarbeitern sehr gut integriert fühle. Der nächste Freiwillige sollte am besten einen Weg zwischen diesen beiden Schienen finden.  Mit der Stadt bin ich sehr zufrieden, weil sie einfach sehr viel zu bieten hat: Besonders gibt es viele kulturelle Einrichtungen und Events, die fast alle umsonst sind. Außerdem sind die Leute sehr offen gegenüber Ausländern.

Nach dem Zwischenseminar bin ich wieder voll aufgetankt in mein Kinderheim zurückgekehrt. Aber als ich wieder in Guadalajara ankam, fand ich eine E-Mail meiner Eltern vor, dass ich eingeladen war, für eine Bewerbung für einen Studiengang in Deutschland ein dreiminütiges Video einzureichen. Das Thema vorgegebene Thema für das Video war „Die Mitte der Welt“. Nach einigem Überlegen entschied ich mich Interviews zu führen. Hier im Kinderheim war es leider aus rechtlichen Gründen nicht möglich die Kinder zu interviewen und zu filmen. Stattdessen habe ich hier in Guadalajara an verschiedenen öffentlichen Plätzen, aber auch an Schulen interviewt und  hatte so am Ende ziemlich viele verschiedene Leute interviewt. Ich habe allen nur eine Frage gestellt: „Was ist für dich das wichtigste in deinem Leben?“ Die Antworten habe ich dann in einem Video hintereinander geschnitten. Mir fehlte dabei aber noch etwas. Also habe ich mit ein paar Freunden zusammen eine Wand in meiner WG bemalt, und den Ablauf des Malens als Stop-Motion Sequenzen in den Film mit eingefügt. Ich war am Ende recht zufrieden mit dem Ergebnis. Leider hat es trotzdem diesmal nicht gereicht, um an der Uni angenommen zu werden. Aber dafür bleibt mir mit dem Video eine wunderbare Erinnerung an die Zeit in Guadalajara, die ich ansonsten in dieser Form nicht hätte.

Also was hab ich im April und Mai gemacht? … Am 6. April musste ich das Video abgegeben haben, für meine Bewerbung für den Studiengang: „Design Medien Kommunikation, Schwerpunkt Film“ an der  FH Dortmund. In den ersten Apriltagen habe ich also die letzten Feinschliffe unternommen und es dann übers Internet nach Deutschland geschickt, damit meine Eltern es auf DVD Brennen und abschicken. Ich war eigentlich recht zufrieden mit dem Video. Das Wichtigste für mich war allerdings, dass es mir richtig Spass gemacht hat, das Video zu drehen und zu schneiden, weil ich so gemerkt habe, dass es mir wirklich Spass machen würde etwas in diese Richtung zu studieren!!!

Hier das Video, für die die es interessiert. Ich wurde leider nicht angenommen, Ende April habe ich eine Absage bekommen :-(

http://www.youtube.com/watch?v=NMlo2DqAu_U

Die Kamera für die Aufnahmen hat mir eine Freundin geliehen, Nuria, ich kannte sie zu dem Zeitpunkt noch nicht gut. Ich hatte sie vorher nur zwei Mal auf Partys bei mir im Haus gesehen. Es war Zufall, dass ich sie angeschrieben habe, als ich gerade die Aufgabe bekommen hatte das Video zu machen. Aber es hat sich gelohnt. Sie hat mir ihre Kamera geliehen, und mich ausserdem in die Schule eingeladen, in der sie ihr Praktikum macht, um dort Aufnahmen zu machen. In diesem Zusammenhang war ich also zwei Mal in ihrer Schule. Wir haben uns dann öfter gesehen in der nächsten Zeit. Auch als das Video dann fertig war haben wir uns weiter getroffen. Seit Ende April sind wir jetzt zusammen. Wir haben eine schöne Zeit zusammen, auch wenn wir beide wissen, dass wir nur bis September Zeit haben, da ich danach nach Deutschland zurück muss, und eine Fernbeziehung ncht wirklich in Frage kommt. Das blöde daran ist, dass die Zeit jetzt noch schneller vergeht als vorher schon. Deshalb kommt es mir jetzt schon so vor als ob ich in ein paar Tagen zurück nach Deutschland muss. Ich freu mich natürlich auch auf Deutschland. Vor allem, weil wir ne Zeit lang in der ganzen Familie zusammen sein können, und niemand von den Kindern im Ausland sein wird. =) Aber ich werde Mexiko doch sehr vermissen!!! Ich habe mich auch entschieden mich ausser in Deutschland auch in Mexiko an Unis zu bewerben. Da ich aber erst zum Sommersemester anfangen könnte werde ich auf jedenfall erstmal in Deutschland anfangen zu studieren. Ausserdem ist es ist auch sehr unwahrscheinlich, dass ich hier tatsächlich anfange zu studieren.

Im April habe ich also schon ziemlich viel mit Nuria unternommen. Ich war einen Tag mit ihr, ihrer Patentante bei der sie wohnt, und zwei Onkeln in Ocotlan, das war ganz schön wir waren dort an einem Ort an dem „die Energie aus dem Univerum in einem Strahl auf die Erde herabfällt“… … naja, aber der Ausflug war trotzdem ganz schön. Wir haben danach ein Picknick auf der Plaza von Ocotlan gemacht, was sehr schön war.

In den Osterferien war ich dann mit den Leuten aus meiner WG für 3 Tage im Urlaub. Wir waren am Strand von Maruata in Bundesland Michoacan. Das war sehr schön, auch wenn es nur sehr kurz war. Anschließend habe ich viel mit Nuria und einer Freundin von ihr aus Tijuana unternommen, die Nuria für eine Woche besucht hat. Wir waren unter anderem einen Tag in Chapala mit ein paar anderen Freunden von Nuria, was sehr lustig war, obwohl Chapala nicht viel zu bieten hat. Aber wir waren auf einer Dachterrasse in einer Bar, und haben dann dort eine Wasserschlacht mit den Kellnern angefangen. Wir waren alle zum Schluss total durchnässt, hatten aber sehr viel Spaß! Außerdem hat uns die Sonne die mittlerweise echt ziemlich stark wird, uns ziemlich schnell wieder getrocknet. Einen Tag später habe ich dann Nuria und ihre Patentante auf eine Taufe begleitet. Es war das erste mal, dass ich in einer Messe in einer Kirche in Mexiko war. Es war nicht so meeeega interessant muss ich sagen… aber es war ganz schön mal in einer Messe gewesen zu sein. Auf der Tauffeier danach gab es allerdings sehr gute Mariachis. Der Vater von dem getauften Kind ist selbst Mariachi und hat die meisten der Lieder gesungen. Hier mal ein Beispiel für Mariachi-Musik, für die, die sie noch nicht kennen.:

http://www.youtube.com/watch?v=49njExwmbEg&feature=fvst

Die nächsten Wochen habe ich nicht viel Spezielles gemacht. Ich habe mich fast täglich mit Nuria getroffen. Oft gehen wir nur zusammen irgendwelche Besorgungen machen und trinken dann irgendwo zusammen einen Kaffee, naja wir gehen in ein Cafè und trinken meist irgendetwas Kaltes =). Jetzt am letzten Wochenende sind wir Kleider angucken gewesen. Sie braucht eines für ihre Graduación, also die Abschlussfeier ihres Bachelors am 9. Juli, also an meinem Geburtstag. Ich werde also das erste Mal an meinem Geburtstag einen Anzug tragen müssen. Den werde ich mir hier wahrscheinlich leihen. Zu Ihrer Graduación wird ihre Familie aus Tijuana und ihre Schwester aus Dallas kommen.

Dieses Wochenende werde ich wahrscheinlich nach Mazamitla fahren. Wir wollen mit einer relativ großen Truppe in eine Cabaña, also ein Ferienhaus. Mazamitla ist ein Dorf im Wald in den Bergen und soll sehr schön sein. Am bekanntesten ist für Mazamitla, dass man sich Quads ausleiht, und damit durch die „Wüste“ fährt, wobei ich nicht genau weiß was mit Wüste wirklich gemeint ist, da es ja angeblich in einem Wald sein soll.

Sooo, ich denke das wars erstmal von mir hier in Guadalajara, ich versuche mich ab jetzt öfter zu melden…  ;-) , wobei bald ist es ja auch schon wieder vorbei… :-/

Liebe Grüsse aus Guadalajara

Euer Keno

 

Hier Jetzt mein Bericht über meine ersten drei monate in Mexiko (16.09.2010 – 20.12.2010 ):

Ankunft und erstes Wochenende

Nachdem ich mit meinem Langstreckenflug nach Houston etwas Verspätung hatte, habe ich leider meinen Anschlussflug nach Guadalajara verpasst und musste dann auf dem Flughafen drei Stunden auf den nächsten Flug warten. Nach letztendlich 27 Stunden bin ich dann am späten Donnerstagabend in Guadalajara angekommen und wurde von Paola, meiner Tutorin im Kinderheim, und einigen Kindern aus dem Heim abgeholt. Die Kinder haben mir sofort Gepäck abgenommen, und Alexis hat mich an die Hand genommen und erst einmal nicht mehr losgelassen. Auf dem Weg zum Kinderheim habe ich mich dann mit Paola und den Kindern unterhalten. An dem Tag meiner Ankunft habe ich leider die große Fiesta verpasst: 200 Jahre Unabhängigkeit Mexikos.

Paola hat mich in meine Wohnung gebracht, meine Mitbewohnerin und Vermieterin, Deva, war an dem langen Wochenende in einer „comunidad“, einem Dorf, außerhalb von Guadalajara. Ich habe sie erst am Samstag kennen gelernt. Nachdem ich meine Koffer ausgepackt hatte, musste ich erst einmal schlafen. Am nächsten Tag bin ich dann zu dem Kinderheim gegangen, das nur 300 Meter von meiner Wohnung entfernt ist. Der Chef der Einrichtung hat mir das Heim gezeigt. Es besteht eigentlich aus zwei Kinderheimen, eines für die Kinder und eines für die Jugendlichen. In dem Kinderheim gibt es 70 Kinder im Alter von 5 bis 13 Jahren, die auf drei Schlafräume aufgeteilt sind. Im Jugendheim gibt es 20 Jugendliche im Alter von 13 bis 21 Jahren. Gerade im Bau befindet sich ein neues Heim für die Jugendlichen, welches 40 Kinder beherbergen kann. Der Umzug wird voraussichtlich im Februar stattfinden. Ob das alte Kinderheim dann renoviert und als Heim für Mädchen eingerichtet wird, hängt noch davon ab, ob der Staat das Grundstück für die nächsten 99Jahre an meine Organisation in Erbpacht vergibt. Kaufen kann los Pinos das Grundstück nicht, weil der Staat es nicht veräußern will.

Ich finde es etwas schade, dass die Jugendlichen umziehen werden, weil sie in dem jetzigen Heim ziemlich viel Grünflächen haben. Das neue Heim hat drei Stockwerke zwei  Schlafraume und ist insgesamt gut ausgestattet, aber die Jugendlichen werden da weniger Möglichkeiten haben, sich gegenseitig aus dem Weg zu gehen.

 

Der Heimleiter hatte mir bei meinem ersten Besuch ein paar Tipps gegeben, wo ich am besten einkaufen kann und so weiter. Ich habe also am ersten Tag meine wichtigsten Besorgungen gemacht und bin ins Internetcafé gegangen, um in Deutschland Bescheid zu geben, dass ich gut angekommen bin.

 

Am nächsten Tag, am Samstag, kam Deva, meine spanische Mitbewohnerin, von ihrem Dorf zurück und hat mich dann direkt mit in ein aufregendes Wochenende mitgenommen. Wir sind zu einer „danza“ gegangen, wo viel gesungen und getanzt wurde. Anschließend hat sie mich in eine „comunidad“ mitgenommen, eine Art Dorf außerhalb von Guadalajara, wo ich unter anderem bei einem „Temazcal“ mitgemacht habe, eine Art aztekische Sauna.

 

Arbeit

Am Montag hatte ich dann meinen ersten Tag im Kinderheim. Die Arbeit gefällt mir im Grossen und Ganzen sehr gut. Anfangs habe ich eigentlich nur mit den Kindern gespielt und ihnen bei den Hausaufgaben geholfen. Mir wurde zwar gesagt, dass ich in der Abteilung „trabajo social“ im Büro etwas mehr helfen solle, aber da wurde ich im Prinzip nur am Anfang einmal mit auf „visitas“ genommen: Wir haben Familien besucht, die ihre Kinder in das Kinderheim geben wollen und haben deshalb die letzten Formalitäten mit ihnen besprochen. Das war zwar sehr interessant, aber anschließend wurde ich zunächst einmal nicht mehr gefragt und habe mich nur mit den Kindern beschäftigt. Das war nach einiger Zeit dann doch etwas langweilig, vor allem weil ich nicht das Gefühl hatte, wirklich zu helfen und nützlich zu sein. Ungefähr einen Monat später wurde ich aber wieder von der Abteilung „trabajo social“ angesprochen und seitdem bin ich eigentlich fast nur noch im Büro. Unsere Abteilung ist auf zwei verschiedene Büros in zwei verschiedenen Häusern verteilt, deswegen kenne ich nur den einen Teil der Mitarbeiter relativ gut. Ich helfe, das Archiv mit den Akten der Kinder zu ordnen und zu vervollständigen und fahre mit auf die „visitas“. Im November und Dezember werden hier „visitas de egrasados“ gemacht, das heißt, es werden die Familien von Kindern besucht, die früher einmal bei uns im Heim waren. Dabei wird darauf geachtet:

-          Wie geht es der Familie?

-          Wie geht es dem Kind?

-          Was macht das Kind?

-          Welche Probleme hat die Familie noch?

-          Wie können wir noch helfen?

-          Hat der Aufenthalt in dem Kinderheim etwas für die Familie gebracht?

-          usw.

Diese „visitas“ sind sehr interessant für mich, einerseits, weil ich sehe, aus welchen sozialen Verhältnissen die Kinder kommen, und andererseits, weil ich viel von der Stadt sehe. Wenn ich nicht auf „visitas“ bin, arbeite ich im Büro und bekomme bei dem, was ich mache, immer mehr Verantwortung übertragen. Am 29. November war ich das erste Mal bei einer „Junta“ dabei, also bei einer internen Besprechung der Abteilung „trabajo social“. Danach habe ich auch noch an einer Besprechung der Abteilung „educacion especial“ teilgenommen, wobei da aber noch nicht klar ist, ob ich jede Woche daran teilnehmen darf, weil dort die Ergebnisse von psychotherapeutischen Sitzungen mit den Kindern besprochen werden.

 

Am 6. Dezember ist die Junta ausgefallen, aber am 13. Dezember war ich wieder mit in der „Junta“ der Abteilung „trabajo social“. Hier gab es eine kleine Rückschau auf das letzte Jahr, und jeder sollte sagen, was ihm gefallen hat, und woran noch gearbeitet werden sollte. In der Abteilung haben sich in diesem Jahr viele Veränderungen ergeben. Es gibt eine neue Koordinatorin und zwei neue Mitarbeiter. Vorher scheint es insgesamt nicht so gut gelaufen zu sein. Ich fühle mich allerdings sehr wohl und akzeptiert. In der „Junta“ haben wir einen Zettel gezogen, um auszulosen, auf wen wir im nächsten Jahr acht geben sollen. Wir sollen also zum Beispiel mindestens einmal die Woche fragen, wie es der andern Person geht und so weiter. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich in diese Prozedur eingeschlossen würde und habe mich sehr darüber gefreut. Ich habe Adriana gezogen. Ich kannte sie bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht so gut, weil sie zwar in der gleichen Abteilung, aber in dem anderen Büro in dem Heim der Jungendlichen arbeitet. Allein dadurch, dass ich diesen Zettel gezogen habe, habe ich sie besser kennen gelernt.

 

Dadurch, dass ich jetzt hauptsächlich in dem Büro arbeite, bekomme ich sehr viel mehr von dem mit, was im Hintergrund läuft. Vorher habe ich davon in der direkten Arbeit mit den Kindern nichts erfahren. Viele Familien bekommen zum Beispiel psychologische Betreuung: Es gibt zwei Teams von jeweils zwei Psychologen, die fast die ganze Woche in der ganzen Stadt die Familien besuchen und versuchen, ihnen bei ihren Problemen zu helfen. Außerdem gibt es eine Schule für Eltern hier im Kinderheim, damit sie zum Beispiel Schulabschlüsse nachholen können.

Die ganze letzte Woche vom 13. bis 17. Dezember liefen die Vorbereitungen für die Weihnachtsfeier für die Mütter der Kinder am Abend des 17. Dezember. Die Vorbereitungen wurden von dem gesamten Team aus beiden Häusern durchgeführt, so dass ich die Mitarbeiter des anderen Teils unserer Abteilung in der letzten Woche besser kennen gelernt habe. Je länger ich hier bin, desto wohler fühle ich mich bei meiner Arbeit und mit meinen Kollegen.

 

Wohnsituation, Freizeit und Freunde

In Guadalajara gibt es sehr viele internationale Studenten, vor allem Deutsche und Franzosen, die hier ein bis zwei Semester studieren. Man findet also ziemlich schnell Anschluss und hat immer Leute, mit denen man etwas unternehmen kann. Andererseits spricht man im Umgang mit Deutschen, Franzosen usw. aber auch weniger Spanisch. Anfangs bin ich nach der Arbeit meist Zuhause geblieben. Ich war erst nach zwei Wochen das erste Mal im Zentrum von Guadalajara. Nach und nach habe ich immer mehr Leute getroffen. Weil ich an zwei langen Wochenenden mit fast nur aus Studenten bestehenden Reisegruppen unterwegs war, konnte ich viele Kontakte knüpfen.

Außerdem habe ich einen Deutschen kennen gelernt, der hier die Organisation „Anima Vincultura“ aufbaut, mit der Kunst, Musik und Kultur in Guadalajara gefördert werden sollen. Diese Organisation hat – seitdem ich hier bin – drei Events organisiert. Gideon hat auf zwei dieser Events Saxophon gespielt. Ich habe teilweise beim Auf- und Abbau geholfen und Fotos gemacht.

Zu Anfang habe ich, wie gesagt, bei Deva gewohnt, einer Spanierin, die auch in dem Kinderheim arbeitet und mir eines ihrer beiden Zimmer untervermietet hatte. Ich war mit der Wohnsituation an sich sehr zufrieden. Ich habe in der Nähe des Kinderheims in einem ruhigen Stadtteil gewohnt und hatte einen kurzen Arbeitsweg. Mein Mitfreiwilliger Gideon hat ebenfalls bei mir in der Nähe gewohnt und wir haben nachmittags öfter gemeinsam etwas unternommen. Mit der Zeit wuchs aber die Zahl unserer Freunde uns Bekannten im Stadtzentrum von Guadalajara. Nachdem Gideon Ende Oktober ins Zentrum gezogen war, weil er dort ein günstiges Zimmer gefunden hatte, bin ich nachmittags oft ins Zentrum gefahren, um mich dort mit Freunden zu treffen.

Nachdem Gideon ins Zentrum gezogen war, hatte ich schon mit dem Gedanken gespielt umzuziehen. Als Deva dann vor ein paar Wochen ankündigte, aus unserer Wohnung auszuziehen, war klar, dass ich nicht alleine in unserer Wohnung bleiben konnte. Ich habe keine Möbel und hätte mir einen neuen Mitbewohner suchen müssen. Über Freunde habe ich schnell ein schönes Zimmer in einer WG in der Stadtmitte von Guadalajara gefunden. Mein Zimmer ist das einzige im ersten Stock und ich habe einen Balkon über den Innenhof und eine Dachterrasse direkt vor meiner Zimmertür.

Jetzt muss ich zwar relativ lange mit dem Bus zur Arbeit fahren, habe dafür aber mehr Freunde in der Nachbarschaft und mehr Möglichkeiten nach der Arbeit noch etwas zu unternehmen.

Ich habe zunächst fast einen Monat mit zwei Mexikanern, einer Französin und zwei Deutschen zusammen gewohnt. Die beiden Mexikaner sind jetzt in den Semesterferien bei ihren Familien. Und die Deutschen und die Französin sind schon wieder ausgezogen. Im Moment lebe ich also alleine, aber bald werden eine Finnin und eine Französin einziehen.

 

Verfasst von: kenowessels | 16. November 2010

Zacatecas

Hey ihr,

mal wieder was neues von mir. Letztes Wochenende war ich in Zacatecas, einer Mienenstadt relativ zentral in Mexiko. Wir sind am Samstag losgefahren und haben uns dann, als wir angekommen sind, erstmal eine alte Miene angeguckt. Abends haben wir dann mit der ganzen Gruppe gefeiert uns sind danach in eine Disco, die in die Miene gebaut wurde gegangen. Diese Disco war zwar recht teuer, aber auch richtig gut!!! Dementsprechend haben wir am Sonntag erstmal ausgeschlafen und haben uns dann ein wenig die Stadt angeguckt. Zacatecas ist eine sehr schöne Stadt!!! Ich habe leider nicht so viele Fotos von der Stadt gemacht, weil ich an dem Tag hauptsächlich mein Teleobjektiv an der Kamera hatte. Abends haben wir dann mit der Gruppe wieder ein bisschen gefeiert. Am nächsten tag sind wir dann noch zu irgendwelchen Ruinen gegangen, die leider an sich relativ uninteressant waren aber die Landschaft war ganz interessant.

Umzug

Ich glaub ich habe noch nicht geschrieben, dass ich umziehe. Die Spanierin mit der ich bis jetzt noch zusammen wohne zieht jetzt zu ihrem freund und ich kann nicht alleine in der Wohnung bleiben, weil ich keine Möbel habe. Aber ich habe schon eine neue Wohnung gefunden. Eine WG im Zentrum, mit 2 Mexikanern, 2 deutschen, und einer Französin. Am Samstag zieh ich um, und lade dann bei Gelegenheit mal ein paar Fotos von der neuen Wohnung hoch.

Verfasst von: kenowessels | 5. November 2010

Michoacan – Dia de Muertos

und nochmal

Dieses Wochenende war der “Dia de Muertos”  -  “Tag der Toten” und weil man uns gesagt hat, dass man für diesen Tag unbedingt nach Patzquaro muss um den da zu Feiern haben wir uns eine Organisation gesucht, mit der wir dann das Ganze wochende außerhalb von Guadalajara verbracht haben. Wir haben viel gesehen. wir waren an 2 verschiedenen Seen zum schwimmen und sind auf einen Vulkan gestiegen. Alles in allem sehr interessant, und es hat sich auf jedenfall gelohnt, mitgefahren zu sein, der Die de muertos und die feierlichkeiten dazu am montag Abend haben mich ein wenig enttäuscht. Es war sooo touristisch, das man von der eigentlichen Feier nichts mitbekommen hat.

Zum dia de Muertos werden hier ganz viele Kerzen auf den gräbern angezündet und es werden Altare aufgebaut auf die dann ein oder mehrere Fotos kommen und davor werden dann essen sachen oder getränke gestellt, die den toten besonders gefallen haben. Das hat man allerdings auch in den andern Orten gesehen, in denen wir gewesen sind.

Schlimm war das ganze allerdings nicht!!!! ich hatte ein sehr schönes Wochenende und habe sehr viele neue Leute kennen gelernt. guckt euch am besten einfach ein paar von den Fotos an ;-)

P.S. es sind leider fast nur fotos von den leuten die dabei waren… aber ich habe auf der reise auch fast nur Portrait-fotos gemacht…

Verfasst von: kenowessels | 4. November 2010

“SOY-ERES”

Heyy ihr,

ihr habt ja lange nichts mehr von mir gehört.

Ich hab allerdings viel erlebt. Dazu später mehr… erstmal ein paar Fotos:

Diese Fotos habe ich bei einem Event gemacht, das hauptsächlich von einem Deutschen organisiert wird, der hier in Guadalajara versucht eine art Platform für Künstler zu erstellen. Im Moment macht diese organisation eine reihe von 3 Events: “Soy”, “Eres” und “Somos” morgen ist das letzte diser Events, und Gideon (mein mitfreiwilliger) und ich sind irgendwie mit in die organisation reingerutscht, werden also morgen wieder beim aufbau/abbau helfen. Das ist auf jedenfall sehr interessant und hat mir schon ein paar schöne fotos eingebracht :-)

Die Fotos von dem ersten Event “Soy” 22.10.10 und vom 2. Event “Eres” 27.10.10 (leider gemischt aber das ging nicht anders)

Verfasst von: kenowessels | 10. Oktober 2010

Tagesausflug – Chapala

Hallo

hier nochmal ein Paar fotos von dem Ausflug gestern nach Chapala und Ajijic. Es war sehr schön!!! Chapala ist ein Großer See südlich von Guadalajara. Die Stadt Chapala ist zwar sehr turistisch aber trotzdem ganz schön. Von dort sind wir auf die insel der Skorpione gefahren (wir haben außer in nem plastik becher keine gesehen :-/). Die insel war auch sehr turistisch, aber es war gottseidank recht wenig los, so dass wir eigentlich ganz ungestört über die kleine insel laufen konnten. nachdem wir dann wieder in Chapala angekommen sind, haben wir zuerst in einem kleinen restaurant etwas gegessen (natürlich scharf) und sind dann mit dem Bus ein Dorf weiter gefahren. Das andere Dorf, Ajijic, war schöner als Chapala. Es war insgesamt etwas ruhiger, die straßen waren kleiner und es gab viele kleine schmuckläden. Es war auf jedenfall ein schöner tagesausflug.

 

Liebe Grüße aus Guadalajara

euer Keno

 

Verfasst von: kenowessels | 10. Oktober 2010

Hallo Ihr,

hier nochmal ein paar Fotos!!! das sind nochmal fotos von dem Heim. Diese Fotos habe ich von Gideon bekommen. Sie zeigen einfach mal ein paar mehr ecken von dem Heim.

Verfasst von: kenowessels | 29. September 2010

Bilder!!!

Heyy endlich mal n paar bilder =)

hab grad nicht so viel Zeit… aber vuel spass schonmal mit den fotros von dem heim unnd meinem haus.

Liebe Grüsse Keno

Verfasst von: kenowessels | 21. September 2010

Spirituelles Wochenende und erste Tage bei der Arbeit

Hey,

Ich hatte ein SEHR INTERESSANTES Wochenende…

Ich bin also Samstag aufgewacht als Deva, meine Mitbewohnerin, die ich bis dahin nicht kannte, gerade angekommen ist. Wir haben uns ein bisschen unterhalten(sie ist sehr Nett!) und dann hat sie mich gefragt, ob ich mitkommen möchte. Ich habe nicht so richtig verstanden, wohin. Sie hat etwas von “Danzas” und “Temazcal” geredet. Ich hab mir nicht viel dabei gedacht und hab gesagt okay ich komm mit. Dann sind wir zuerst zu so einem, wie soll ich sagen, religiösem treffen, wo viel gesungen und getanzt wurde und wo man immer im kreis gelaufen ist. Das ganze war aber relativ religionsunabhängig und war zumindest Interessant. Dann sind wir in eine “Comunidad” gefahren, also eine art Dorf auf dem Land, welches aber durch einen Zaun und ein Tor nach außen zu ist. Dort hat der Freund von Deva ein kleines Haus, und da habe ich dann beim “Temazcal” mitgemacht

Temazcal

Temazcal ist eine Art Sauna die früher von der Indigenen Bevölkerung als eine Therapie benutzt wurde. Auch heute noch gibt es anscheinend diese Tradition.

Es wurden erst Steine aufgeheizt, indem sie über mehrere Stunden in einem großen Feuer Lagen. Dann geht man in eine art Zelt, mit einer art loch in der Mitte im Boden. Dann gab es 4 “puertas”. Jedes mal wurden 7 glühende Steine in dieses Loch im Boden gelegt. Jeder Stein wurde einzeln mit “a-HOO Bienvenida Abuelita” begrüßt und mit Kobald oder so eingerieben. Diese Steine heißen “Abuelas“, weil sie älter sind als wir. Dann redet der Typ der das organisiert n bisschen über “Madre Tierra”,“Gran Espirito“ usw… und dann wird in einen Eimer voller Wasser ein Zweig getaucht. Mit diesem Zweig kommt dann das Wasser auf die Steine.

Jede Puerta, also jede Runde, hatte ihr eigenes Thema. Eins war zum Beispiel „Familie und Freunde“ an die anderen kann ich mich gerade nicht genau erinnern. Erst hat der Leiter des ganzen immer etwas gesagt und dann wurde gesungen. In der 2. Puerta musste dann jeder in der Runde noch etwas sagen. Ich habe mich bei der gelegenheit bei Deva bedankt, dass sie mich dahin mitgenommen hat. Immer wenn jemand etwas gesagt hat wo man zustimmen wollte hat man „a-HO“ gesagt. Sehr interessant.

Anschließend sind wir aus dem Temazcal rausgegangen und haben in jede Himmelsrichtung danke gesagt und dann etwas Tabak in das Feuer geworfen. Dann wurde kalt geduscht und dann gab es mit der ganzen Gruppe Abendessen. Dabei habe ich noch ein paar leute kennen gelernt. Einen Bäcker, der mir angeboten hat mal vorbeizukommen um zu sehen wie er das „Pan Frances“ backt. Und ein paar junge Leute die auch in Guadalajara wohnen. Einer hat mich eingeladen ende oktober für ein verlängertes Wochenende mit ihm nach Guahaka zu fahren (zwar wieder zu irgendwie soeinem Spirituellen treffen, aber das müsste man ja nicht unbedingt mitmachen) mal gucken ob ich da mitfahre.

Wanderung

Naja, am nächsten morgen bin ich dann mit einer kleinen Gruppe Wandern gegangen, aber wieder mit diesem Spirituellen Hintergrund, wir haben zum Beispiel als wir in einen Wald gegangen sind erst unsere “Hermanitos Arbolitos”, um Erlaubnis gebeten einzutreten. Dann haben wir später auf einer Lichtung in die 4 Himmelsrichtungen und in dem Himmel und der Erde gedankt. Dann hat sich jeder einen Baum gesucht (sind ja unsere Brüder) um mit ihm zu reden oder zu singen.

Die Wanderung an sich war ganz schön. Letztendlich sind wir nicht so lange gelaufen. ­­­­­­Aber wir haben viel die Natur genossen und zwischendurch pausen gemacht um zum Beispiel einem Baum um kraft für unsere Wanderung zu bitten. Auf dem Rückweg haben wir uns dann bei dem Baum für seine Unterstützung bedankt.

„El Templo“

Und gestern Abend waren wir dann noch in einem Indigenen Tempel in dieser Comunidad. Da war gerade eine Gruppe wiedergekommen, die für ein paar tage in der Wüste war und eine bestimmte Wurzel gesucht hat. Diese Wurzel gab es dann da auch zu essen (ich hab keinen Effekt feststellen können, vielleicht hab ich aber auch zu wenig davon gegessen.) die Wurzel war Ziemlich bitter. Ich hab leider vergessen wie die heißt. Jedenfalls soll sie einem eigentlich helfen, sich selbst zu finden

Die Arbeit

Gestern war dann mein erster Tag in dem Kinderheim. Der andere Freiwillige wirkt ganz nett. Gestern und heute haben wir eigentlich fast nur mit den Kindern gespielt. Heute habe ich aber auch meine richtige Einführung bekommen. Sie haben mir ein bisschen was üüber das Konzept erzählt, und dann was mein aufgaben bereich ist. Ich habe jetzt wohl die Aufgabe vormittags mit zwei Mitarbeitern zu den Familien zu fahren und die zu analysieren. Das klingt ganz Interessant.  Morgen haben wir vier Familien, die wir besuchen werden. Ich bin gespannt wie es dort so aussieht. Diese Besuche sind aber glaube ich nicht so häufig.

Die Kinder sind total toll!!! Die meisten sind total lieb! Einige sind etwas aggressiv aber trotzdem irgendwie liebenswert. Die ganz kleinen sind echt süß die Fragen immer:„me haces la borrachina?“ also ob wir sie an den Händen Festhalten und dann drehen können. Die bekommen nie genug davon.

Verfasst von: kenowessels | 17. September 2010

Angekommen

So. Nach dem doch sehr stressigen Flug bin ich dann gestern abend in Guadalajara angekommen. Ich wurde ganz nett von Paola(einer Mitarbeiterin von mir) und ungefaehr 7 kindern abgeholt. Ich habe von denen eine Schachtel Rocher geschenkt bekommen. Die kinder waren echt suess!!! ich war kaum aus dem Flughafen raus, da wollten sie mir alle mein gepaeck abnehmen und einer hat mich an die hand genommen und erstmal nichtmehr losgelassen, total suess. Das ist auch der einzige name der mir so haengen geblieben ist, Alexandro. Wir sind dann also erstmal mit einem minbus richtung Kinderheim gefahren. Weil es schon so spaet war hab ich das aber nur von aussen gesehe. dann sind wir zu meiner wohnung gefahren. Die ist ca 300m von dem Heim entfernt und ich wohne da mit einer Deba (oder so aehnlich) die hab ich aber bisher nicht kennen gelernt. Deba ist Spanierin und arbeitet auch im Kinderheim. Sie ist ueber das wochenende verreist, ich werde sie also erst morgen abend kennen lernen. Ich hoffe mal sie ist nett.

Mein Zimmer ist bisher noch sehr kahl. Im Prinzip liegt nur eine Matraze drin. ich werde mir im laufe der naechsten woche dann denke ich noch einen schreibtisch besorgen und noch ein regal. Ein Schrank ist schon drin.

Ich habe mir heute ein handy besorgt und war davon ausgegangen, dass ich das so benutzen kann, das muss aber leider registriert werden. Also hab ich mich ein bisschen durchgefragt und hab dann festgestellt dass ich zu einem Telcel shop muss, um das Handy zu registrieren, weil ich kein Mexikaner bin und keine “ARP” oder so habe… also bin so zu dem ersten RIESIGEN Shopping center gekommen. Dort konnte ich mein Handy allerdings nicht registrieren, also bin ich weiter zu dem zweiten riesiegen, ueberfuellten Shopping Center gekommen und konnte dort dann mein handy registrieren.  Dass muesste dann ab morgen freigeschaltet sein.

Ich bin heute echt viel rumgelaufen und hab schon einiges von Zapopan(Guadalajara) gesehen. Ich muss sagen es gefaellt mir!!! die leute sind sehr nett und hilfsbereit. und insgesamt wirkt die Stadt (zumindest der teil in dem ich mich befinde) sehr angenehm. Ich hatte heute leider keine Kamera dabei… aber ich werde versuchen die naechsten tage mal ein paar fotos tu machen!!!

Liebe Gruesse aus Mexiko

Euer Keno

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